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  Depressionen
                                            - was sind Depressionen und was kann man dagegen tun?

Die Prüfungsangst

Einer Prüfungsangst bzw. Bewertungsangst liegt die Angst vor einer negativen Bewertung zu Grunde.

Die Prüfungsangst ist ein Merkmal einer sozialen Angst.
Der Betroffene hat die Angst, von anderen schlecht bewertet zu werden.

Man unterscheidet diese sozialen Ängste (oder auch soziale Phobien genannt) in zwei Formen:

Die soziale Phobie vom Leistungstyp
Der Betroffene hat Angst, daß er beobachtet wird und daß er bei Mißerfolg Kritik, Ablehnung, Hohn und Spott erntet.

Die generalisierte soziale Phobie
Der Betroffene hat Angst vor vielen sozialen Situationen.

Hier liegt also eine eindeutige soziale Phobie vom Leistungstyp vor.

Prüfungsängste drücken eine Angst vor Ablehnung, Versagen und einer Verletzung des Selbstwertgefühls aus. Diese Angst ist umso schlimmer, je instabiler das Selbstwertgefühl des Betroffenen ist.

Typische Situationen, in denen Bewertungsängste auftreten:

Prüfungen aller Art, schriftlich wie mündlich, also z.B. in der Schule, auf der Arbeit, an der Uni, beim Führerschein usw.

Beim Sport: Bei Wettkämpfen, Veranstaltungen, Vorturnen usw.

Bei Vorträgen: Bei öffentlichen Reden, bei Referaten, Singen, im Beruf usw.

 

Zwei unterschiedliche Prüfungsängste

Man kann die Prüfungsangst in zwei Arten unterteilen:
Die Angst vor der Prüfung und die Angst während einer Prüfung.


Die Angst vor der Prüfung

Hier beeinträchtigt die Angst das Erlernen des Lernstoffes. Der Betroffene stellt sich immer wieder vor, was während einer Prüfung alles schiefgehen könnte. Es könnte ja z.B. die Stimme versagen, die Hände zittern, man könnte rot anlaufen, es könnte einem übel werden usw.

Zudem hat der Betroffene Angst vor den Folgen einer vergeigten Prüfung, daß er sich lächerlich macht, die Eltern schimpfen usw.

Das alles bremst das Erlernen des Lernstoffes so weit aus, daß der Betroffene davor kapituliert. Meist weichen die Betroffenen dann in allerlei Ablenkungen ab, wie z.B. Musik hören, fernsehen, essen usw.

Die Angst während der Prüfung

Diese Angst blockiert die Wiedergabe des Erlernten. Zudem treten körperliche Symptome auf, etwa Zittern, Schwitzen, Übelkeit, manchmal auch Stimmverlust (Frosch im Hals) usw.
Die Betroffenen beobachten sich ständig selbst und geraten so immer tiefer in die Angst.

Alles sehr schlimm! Dabei gehört die Angst vor einer Prüfung eigentlich zu den normalsten Dingen der Welt. Natürlich hat man Angst vor einer Prüfung, weil man ja scheitern könnte, und natürlich ist man während einer Prüfung aufgeregt, weil man könnte ja einen Fehler machen.
Wichtig ist aber, daß man sich selbst so weit im Griff hat, daß man vor lauter Aufregung keine Fehler macht!

Angst und Leistung

Der optimale Zustand vor und während einer Prüfung ist also der, daß man sich zwar bewußt ist, daß die Prüfung wichtig ist und man deshalb etwas aufgeregt ist, aber nicht so sehr, daß man alle möglichen Dinge falsch macht. Hat man zu wenig Respekt vor einer Prüfung, kann man aber auch unachtsam werden und Flüchtigkeitsfehler machen. Das gesunde Mittelmaß ist also wieder einmal angesagt. Das beste Beispiel dafür ist das Lampenfieber vor einem Auftritt. Erst dieses Lampenfieber zeigt dem Schauspieler, daß er sein Bestes geben soll. Es ist also durchaus nützlich, etwas Angst vor einer Prüfung zu haben, denn sie veranlaßt uns, unser Bestes zu geben und keine Flüchtigkeitsfehler zu machen.


Wenn Sie also unter starken Prüfungsängsten leiden, wäre es wünschenswert, die Angst so weit in den Griff zu kriegen, daß nur noch der positive Effekt übrigbleibt.


Deshalb hier einige Tipps zur Prüfungsangst:

  • Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. Ein gesundes Selbstwertgefühl hilft, auch negative Prüfungserlebnisse auszuhalten.

  • Machen Sie sich klar, was Sie können. Jeder Erfolg steigert so Ihre Selbstwahrnehmung und läßt Sie sicherer werden.

  • Kurz vor einer Prüfung sollte man nicht mehr lernen, da gerade in dieser Phase das zu Erlernende durch die Aufregung sowieso nicht im Gedächnis bleibt. Lieber einige Tage oder Wochen vorher schon mit dem Lernen anfangen.

  • Teilen Sie Ihre Ängste Ihren Eltern mit, wenn Sie Angst haben, daß diese böse auf einen Mißerfolg reagieren. Dies nimmt den Druck von Ihnen.

  • Sicherlich ist eine vergeigte Prüfung nichts Schönes, jedoch wird auch die Welt deshalb nicht untergehen. Malen Sie sich also nicht ständig aus, was dann alles so passiert, wenn Sie eine Prüfung nicht schaffen.

  • Konzentrieren Sie sich während einer Prüfung nicht auf Ihren Körper, wie er vielleicht zittert oder schwitzt, sondern auf Ihre Aufgaben.

  • Sehen Sie die Angst vor einer Prüfung als etwas an, was ganz normal ist. Jedem Menschen geht es so.

  • Lernen Sie, sich auf die Prüfungsaufgaben zu konzentrieren.

  • Lernen Sie, daß Sie nicht immer das allerbeste Ergebnis erreichen müssen, eine 2 oder 3 ist auch gut!

  • Lernen Sie, negative Gedanken zu vertreiben, etwa "Ich schaffe das nie" oder "Das kann ich nicht".

  • Üben Sie Entspannungstechniken wie z.B. die progressive Muskelentspannung nach Jakobson. So kann überstarker Druck abgebaut werden.

  • Lernen Sie, Ihre Atmung in den Griff zu bekommen. Die Atmung wird durch Angst flacher und/oder zu schnell. Erlernen Sie Atemtechniken, die es Ihnen erleichtert, zu entspannen.
    Kurze Anleitung dafür: Atmen Sie langsam tief ein und dann ganz langsam wieder aus, so als würden Sie einen Löffel Suppe durch Ihren Atem kühlen wollen.

  • Visualisieren Sie Ihre Prüfungssituation, so wie sie im günstigsten Fall laufen soll. So ist Ihnen während der Prüfung alles schon wie vertraut, und Druck wird vermieden.

  • Sprechen Sie während einer mündlichen Prüfung ausreichend viel (aber bitte keinen Unsinn). Das Hören der eigenen Stimme beruhigt und schafft Sicherheit.

  • Versuchen Sie während einer schriftlichen Prüfung baldmöglichst etwas hinzuschreiben. So verschwindet die Angst vor dem leeren Blatt und Sie bekommen Selbstsicherheit.

  • Schaffen Sie einen guten Kontakt zu den Prüfern.

  • Belohnen Sie sich für jede bestandene Prüfung. Gehen Sie ein Eis essen, kaufen Sie sich etwas Nettes usw.
    Eine Bestrafung für eine vergeigte Prüfung sollte jedoch unterbleiben.

  • Vermeiden Sie Ablenkung während des Lernens. Konzentrieren Sie sich ganz auf den Lernstoff.

  • Nehmen Sie vor einer Prüfung ausreichend Nahrung zu sich, so daß Ihr Gehirn genug Energie für die Prüfung bereitgestellt bekommt.

Wenn Sie glauben, an einer Prüfungsangst zu leiden, können Sie hier einen Prüfungsangst-Test machen.

 

 

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